Bergschwinget Sörenberg 2019

Geschrieben von Entlebucher Schwingerverband

Vor der traumhaften Kulisse von 2'700 Zuschauern und bei wunderbarem Sommerwetter traten am Sonntag am Bergschwinget in Sörenberg 131 Schwinger zum Wettkampf an und zeigten den ganzen Tag hindurch hervorragende Schwingerarbeit. Dem Einheimischen Joel Wicki war dabei kein Kraut gewachsen. Mit sechs überzeugend gewonnenen Gängen holte er sich nach 2016 und 2018 den dritten Erfolg am Bergschwinget in Sörenberg. Der Reihe nach legte er Marco Reichmuth, Christian Bucher, Rainer Betschart, Michael Gwerder und Sven Lang auf den Rücken. Im Schlussgang gewann der nach 2.24 Minuten gegen seinen Klubkameraden Jonas Brun mit Kurz und anschliessendem Überdrehen am Boden.

Neben Joel Wicki und Jonas Brun zeigten auch Kevin Wicki, Niklaus Scherer, Josef Lustenberger, Martin Felder, Christian Ming, Marc Lustenberger und Dario Murpf sehr starke Leistungen und konnten sich im starken Teilnehmerfeld sehr gut behaupten.

Rangliste und Notenblätter

Fotos:

Anita Kurmann und Adrian Scherer

«Es war nicht einfach gegen einen Klubkameraden den Schlussgang zu bestreiten. Wir kennen uns vom Training her sehr gut. Ich bin aber froh gewonnen zu haben», sagte Wicki nach dem Schlussgang. Er machte sich auch ein wenig Sorgen um seine linke Schulter, an welcher er sich beim Schlussgang auf dem Brünig eine Prellung zuzog. «Ich muss das jetzt alles gut auskuriere, dass ich mit voller Kraft ans ESAF nach Zug gehen kann», meinte er weiter.  Weil der Nidwaldner Lutz Scheuber, der im ersten Gang den einzigen Eidgenossen auf dem Platz, Sven Schurtenberger, bodigte im fünften Gang gegen Roman Zurfluh nicht über ein Remis hinauskam, konnte sich Jonas Brun aus Entlebuch mit einer blanken Zehn gegen Roman Fellmann aus einem punktgleichen Sextett für den Schlussgang qualifizieren. Zuvor hatte Brun drei Siege gegen Michael Briker, Jonas Troxler und Florian Lustenberger sowie das Remis gegen Marco Heiniger auf seinem Notenblatt. Ihm blieb nach der Finalniederlage der vierte Schlussrang.

 

Sven Schurtenberger auf dem Ehrenplatz

Der Buttisholzer Sven Schurtenberger konnte sich von der Startniederlage gegen Lutz Scheuber gut erholen und reihte gegen Michael Hess, Reto Kaufmann, Jonas Burch, Raphael Arnold und Noe van Messel fünf Siege aneinander und sicherte sich so den Ehrenplatz. Das Luzerner Quartett an der Ranglistenspitze vervollständigte der Turnerschwinger Roman Zurfluh aus Dietwil im dritten Rang.

 

16 Entlebucher Auszeichnungen

Von den insgesamt 72 abgegebenen Gaben aus dem wunderschönen Gabentempel gingen deren 16 an Schwinger des Entlebucher Schwingerverbandes. Hinter dem Entlebucher Schlussgangduo klassierte sich der Nichtkranzer Kevin Wicki, der Bruder von Joel, mit einer ausgezeichneten Leistung im fünften Rang. Die Zwischenrangliste nach drei Gängen führte er nach den Siegen gegen Bernhard Bullakaj, Martin Hodel und Marco Thierstein mit 30 Punkten vor seinem Bruder Joel mit 29.50 Punkten sogar an. Danach kamen die Niederlagen gegen Lutz Scheuber und Noe van Messel, bevor der Sieg über Marcel Vogel ihm die gute Platzierung einbrachte. Einmal mehr nicht so auf Touren kam der Hasler Remo Vogel, der neben zwei Siegen vier gestellte Gänge hinnehmen musste.

 

Vier Auszeichnungen für Wolhuser

Mit vier Siegen und zwei Unentschieden klassierte sich Damian Egli vom Steinhuserberg als bester Vertreter des Schwinklubs Wolhusen im sechsten Rang. Er bezwang im Anschwingen mit Martin Zimmermann und Franz-Toni Kenel zwei starke Gegner. Nach dem Remis gegen Lutz Scheuber kehrte er gegen Reto Bürgi und Matthias Jund wieder auf die Siegerstrasse zurück. Sein Pensum schloss er mit dem gestellten Gang gegen Marco Reichmuth ab. In die auszeichnungsberechtigten Ränge schwanden sich auch die Romooser Urs und Ueli Doppmann sowie Adrian Egli vom Steinhuserberg.

 

Ein in allen Teilen tolles Fest

Es war ein Schwingfest der Superlative. Mit 62 Kranzern war das Teilnehmerfeld sehr gut besetzt, aber nicht so stark, wie es hätte sein können. Die absoluten Spitzencracks des Innerschweizer Schwingerverbandes nahmen entweder am Samstag auf der Kleewenalp oder am Sonntag in Sörenberg teil, aber nicht an beiden Orten, wie es eigentlich vorgesehen war. Wer will es ihnen übel nehmen, wenn sie ihre Kräfte im Hinblick auf das Eidgenössische haushälterisch einteilen. Für den Innerschweizer Verband ist es wichtig, in Zug mit 85 fitten und motivierten Schwingern antreten zu können. Einige kurieren auch noch kleinere oder grössere Blessuren aus. So auch die Gebrüder Fankhauser, welche in Sörenberg nicht antreten konnten. Erich laboriert an einer Schulterverletzung und muss mit grösster Wahrscheinlichkeit auch auf den vorgesehenen Einsatz auf der Schwägalp verzichten. Marco ist immer noch am Knie verletzt und Reto spürt immer noch die Rippenverletzung, welche er sich auf der Rigi eingefangen hatte und musste zudem eine zugezogene Wunde am Bein nähen lassen. Die drei Brüder weilten unter den Zuschauern, welche in den Genuss einer tadellosen Organisation kamen. OK-Präsident Moritz Schaller und sein Team haben zusammen mit den zahlreichen Helferinnen und Helfern ganze Arbeit geleistet.